Die Valmora Chroniken
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Ankunft der Menschen

Eine Legende, die sich vor allem bei Sahen und Kharg hält, von den meisten Menschen im Reich aber als bloße Fabel abgetan wird, erzählt vom Ursprung der Menschen selbst: Eines Tages habe sich der Himmel verdunkelt und das Meer sei unruhig geworden, und statt eines befürchteten Unheils seien Schiffbrüchige an die Westküste getrieben – wild, verängstigt, ohne erkennbare Herkunft, weder Sahen noch Kharg. Sie nannten sich selbst "Menschen". Die Sahen hätten sie aufgenommen und ihnen Sprache und Sitte gelehrt, die Kharg das Schmieden. Die Fremden aber vermehrten sich rasend schnell – und wurden mit jeder Generation gieriger statt dankbarer. Ob an dieser Geschichte etwas Wahres dran ist, weiß im heutigen Valmora niemand mehr zu sagen. Was dagegen als gesicherte Geschichte gilt: Die neu angekommenen Menschen wandten sich gegen ihre Gastgeber. Eine Sahen-Stadt nach der anderen wurde erobert, der blühende Sonnenrat der Sahen zerschlagen und die Überlebenden in die Wüste vertrieben. Im Norden leisteten die Kharg zäheren Widerstand, wurden am Ende aber ebenfalls ins Gebirge zurückgedrängt. Weil die nordischen Siedler dabei weit härter kämpfen mussten als die südlichen, wurden ihre Fürstentümer kampferprobter – und richteten die ersten jährlichen Razzien gegen die verbliebenen Kharg-Sippen ein, um ein Wiedererstarken zu verhindern. Diese Praxis besteht bis heute fort.